Preisabsprachen

Mittwoch, 20. Februar 2008

Millionenstrafen für Drogerieartikelhersteller.

So. Die Philosophiewoche ist beendet, und gleich gibt es wieder handfestes. Die vier Unternehmen Henkel Wasch- und Reinigungsmit-tel GmbH, Schwarzkopf & Henkel GmbH, Sara Lee Deutschland GmbH und Unilever Deutschland GmbH wurden vom Bundeskartellamt zu Strafen von insgesamt 37 Millionen Euro verdonnert, weil sie Preiserhöhungen abgestimmt haben sollen und sich über die Verhandlungen mit verschiedenen Einzelhändlern abgesprochen haben sollen.

Die Unternehmen hatten zum Jahreswechsel 2005/2006 eine Anhebung der Listen-preise um etwa 5 % für folgende Drogerieartikel abgestimmt:
a) Handgeschirrspülmittel der Marken „Pril“ und „Palmolive“
b) Duschgel der Marken „Fa“, „Duschdas“ und „Palmolive“ sowie
c) Zahncreme der Marken „Signal“ sowie „Dentagard“ und „Colgate“ (Basis).

„Im Interesse des Endverbrauchers darf die hohe Wettbewerbsintensität im Einzelhandel nicht durch Absprachen der Markenhersteller konterkariert werden" sagte der Sprecher des Kartellamtes Bernhard Heitzer.

Freitag, 21. Dezember 2007

O Tannenbaum, O Tannenbaum,

wie teuer bist du dieses Jahr?....


Foto: Wikipedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Malene

Wenn sie sich fragen, warum die Weihnachtsbäume dieses Jahr so teuer sind, sollte ihr Blick einmal zum europäischen Nachbarn Dänemark gehen. Dort wurde nämlich der "Dänische Weihnachtsbaumzücher-Verein" von der "Kopenhagener Anwaltschaft für schwere Wirtschaftsverbrechen" wegen des Verdachtes von Preisabsprachen angeklagt. Bis zu 20% sollen die Raffgiereigen Baumanbieter die Preise erhöht haben. Weihnachten das Fest der Liebe? Nicht so in der Welt der Wirtschaft, da bleibt man lieber bei dem, was man kann: kriminell sein und versuchen, den anderen bestmöglichst über den Tisch zu ziehen.

Auch pünktlich zum Fest der Liebe bekamen einige Flüssiggasunternehmen die ungezügelte Liebe des Bundeskartellamtes zu spüren. Bei mehreren Flüssiggasanbietern hat man sich daran gemacht, gemeinsam die Preise für Flüssiggas festzulegen und sich gegenseitig keine Kunden abzujagen. Dazu sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer: "Durch die Kundenschutzabsprachen wurden die Verbraucher über viele Jahre hinweg in erheblicher Weise geschädigt. Dies gilt gerade für die Kunden, die einen Miettank der etablierten Flüssiggasanbieter nutzen. Sie waren den überhöhten Preisen schutzlos ausgeliefert.“

Heissa, schöner die Kassen nie klingeln!! Insgesamt durften die sieben beteiligten Unternehmen Drachen-Propangas GmbH, Friedrich Scharr KG, Progas GmbH & Co KG, Primagas GmbH, Sano-Propan GmbH, Tyczka Energie KGaA und Tyczka Totalgaz GmbH über eine Gesamtstrafe von weihnachtlichen 208 Millionen Euro freuen.

Weihnachten, Zeit der Besinnung, des In-sich-kehrens. Auf ein Besseres besonnen hat sich scheinbar auch das Michael Hüther. Der liebevoll "Mietmaul" oder "Meinungsstricher" genannte käufliche INSM-Professor hat nämlich scheinbar die Schnauze voll von seinem Blog. Schon über einen Monat ist Sendepause, und wir hoffen wirklich, dass dies auch so bleibt. Vielleicht haben ihn aber auch die Kommentare zu seinen Artikeln abgeschreckt, mindestens 80% beinhalten, milde ausgedrückt, eine Beleidigung der Person oder der Arbeit des Mietmauls. Heute, genau ein Jahr nach seinem ersten Eintrag, sieht es so aus, als ob er keine Lust mehr habe "ins Internet zu schreiben". Vielleicht musste der Professor aber auch für umsonst schreiben, und ein Mietmaul wäre kein Mietmaul, wenn es für Umsonst schreiben würde. Dann wäre es ja ein Umsonstmaul, und das geht so auch wieder nicht.

Diese Überlegungen haben allerdings keinen Einfluss auf das erfreuliche Realität: Eine Quelle weniger, die geistige Propagandamüllprodukte in die Öffentlichkeit bringen könnte. Hoffen wir also, dass die Grüße von Karl Schiller der letzte Netzverschmutzungsbeitrag des Mietmauls Umsonstmauls Hüther gewesen sind.

Montag, 10. Dezember 2007

Kautschuk-Kartell

„Es ist ausgesprochen enttäuschend, dass die Kautschukindustrie ihre Lektion immer noch nicht gelernt hat. Ich kann nicht begreifen, wie Aktionäre und Vorstandsmitglieder ein solches illegales Verhalten tolerieren können.“

Mit diesen Worten kommentierte die für Wettbewerb zuständige Kommisarin der EU die Verkündung der Strafe für ein Chloropren - Kautschukkartell. Beteiligt an dem von 1993 bis 2002 bestehenden Kartell waren Bayer, Denka, DuPont, Dow, ENI und Tosoh, sie bekamen eine Strafe in Höhe von insgesamt 243 Millionen Euro.

Wie es in der EU gängige Praxis ist, lässt man kooperative Täter laufen. So wurden Bayer Strafen in Höhe von 201 Millionen Euro erlassen. Man sollte dies auch für das allgemeine Strafrecht einführen. Wenn sie es wenigstens zugeben, ja, dann Straffrei. Mord und Totschlag wäre die logische Folge, genauso wie korruptes und nicht gesetzeskonformes Verhalten der Unternehmen die Folge der allzu laschen Strafpraxis der EU ist. Bezeichnend: "Bayer wurde die gesamte Geldbuße erlassen, obwohl der Konzern bereits früher an ähnlichen Zuwiderhandlungen beteiligt war [...]".

Auch der einführend benutze Ausdruck "enttäuschend" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht. Wer enttäuschend sagt, der hat vorher noch an das gute geglaubt. Solches Denken ist, wenn es um Konzerne geht, naiv bis wider besseren Wissens. "Es ist bezeichnend... " wäre ein wesentlich besserer Einstieg gewesen. "Ich kann schon verstehen, warum Aktionäre und Vorstandsmitglieder ein solch Illegales Verhalten tolerieren können. Es sichert Gewinne, und falls man erwischt wird, passiert eh nichts."

Dienstag, 20. November 2007

Abwechslung tut gut.

Und weil dem so ist, müssen wir nach Wirtschaftsethik, Politik, Korruption mal wieder ein anderes Thema bringen. Machen wir, besser gesagt: Sony, Maxell und Fuji, hiermit, und zwar folgendermaßen:

Die drei Unternehmen hatten sich auf dem europäischen Markt für professionelle Videobänder bezüglich der Preise abgesprochen, und dabei auch "die Einhaltung der Preisabsprachen regelmäßig überwacht."

Und weil soviel kriminelle Energie ja irgendwie geahndet werden muss, gab es heute eine Strafe: Insgesamt 75 Millionen Euro müssen gezahlt werden. Den größten Anteil an der Strafe trägt Sony (47,19 Millionen €), wegen unkooperativem Verhalten: "ein Mitarbeiter von Sony [weigerte sich,] seiner Auskunftspflicht nachzukommen und die mündlich gestellten Fragen der Inspektoren der Kommission zu beantworten. Ein anderer Sony-Mitarbeiter wurde dabei beobachtet, wie er Dokumente im Reißwolf vernichtete." Maxell (14,4 Millionen €) und Fuji (13,2 Millionen €) teilen sich die restliche Strafe.

Auch über das zustandekommen des Kartells sowie deren Treffen wussten die europäischen Wettbewerbshüter bestens bescheid; Aus den von Ermittlern sichergestellten Unterlagen waren "Einzelheiten zu elf Zusammenkünften zu entnehmen, bei denen Sony, Fuji und Maxell Preise erörtert und abgesprochen und/oder sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht haben."

Samstag, 3. November 2007

Grund für die hohen Strompreise gefunden?

Nach Berichten des Spiegels hat das Bundeskartellamt die vier großen Stromanbieter in Deutschland wegen Kartellvergehen ins Visier genommen.
Nach Informationen des SPIEGEL haben die Wettbewerbshüter zahlreiche Indizien und Belege dafür zusammengetragen, dass sich führende Manager und sogar Vorstandsvorsitzende der Strombranche über Jahre hinweg in geheimen Runden getroffen haben.
Passend dazu ein Video von Youtube.

Montag, 22. Oktober 2007

Gibt es bald eine Kartellstrafe gegen den Bayer-Konzern?

Beim Pharmablog des Spiegels wird nach eigenen Nachforschungen dargelegt, dass es eigentlich zu einem Kartellverfahren gegen den Bayer-Konzern kommen müsste, weil sie Preisabsprachen mit ungefähr jeder zweiten Apotheke in Deutschland getroffen haben.

Nachdem die Medikamentpreise 2005 gesetzlich freigegeben wurden ist dies also die Realität. Das Pharmablog spekulierte auch schon über die Höhe der möglichen Kartellstrafe: die Spannweite reicht von 200 Millionen Euro bis schlimmstenfalls 2,9 Milliarden Euro.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Unerwähnt & Vergessen.

Schon am dritten Oktober gab die EU-Wettbewerbskommission bekannt, dass ein in Spanien in den Jahren 1991-2002 bestehendes Bitumenkartell zu einer Strafe von insgesamt 183,6 Millionen Euro verurteilt wurde.

Wie immer wurden die beteiligten Unternehmen mit Samthandschuhen angefasst und insgesamt 148 Millionen Euro an Strafe erlassen.

Beteiligte Unternehmen: BP, Repsol, Cepsa, Nynäs und Galp.

Und warum ich diese Nachricht erst heute veröffentliche? Nun, ich würde einmal behaupten, dass ich sehr viele Quellen abklappere, auf der Suche nach neuen Nachrichten, die ich hier veröffentlichen könnte, praktisch alle relevanten (Nachrichten-/ Wirtschafts-)Internetseiten alle ein, zwei Tage einmal besuche. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass etablierte Medien solche Skandale gerne unter den Teppich kehren, sie irgendwo unter Vermischtes führen oder in irgendeine Randspalte verschieben, damit das nichtssagende, unternehmensverherrlichende und höchstwahrscheinlich noch gekaufte Hochglanzinterview irgendeines Vorstandsvorsitzenden auf die Titelseite passt. So ist das nun einmal.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Werbepause.

Keine Angst, ich werde nicht so wie andere Blogger ab sofort hier Werbung veröffentlichen - by the way: welches Unternehmen würde hier schon Werbung buchen - nein, es geht um die Werbepausen im Fernsehen.

Für diese müssen die größten deutschen Privatsender ProSiebenSat1 und RTL nun mächtig Strafe zahlen, und das nicht etwa, weil die gezeigte Werbung so schlecht ist, sondern weil sie sich beim Verkauf von Werbepausen abgesprochen haben sollen.

Leider habe ich diese Nachricht auf keiner der von mir regelmäßg gelesenen großen Nachrichtenseiten gefunden, dafür beim TV-Blogger, der einen wirklich guten Artikel zu diesem Fall geschrieben hat.

Freitag, 21. September 2007

Das Reißverschlußkartell

Wieder mal haben sich ein paar Unternehmen gedacht, gemeinsam könne man die Preise besser bestimmen. Dass die EU dies nicht so lustig findet, merkten sie jetzt, denn die beteiligten Unternehmen YJK, Prym, Coats, Scovill, A. Raymond S.A.R.L. , Berning & Söhne sowie der Deutsche Fachverband Verbindungs- und Befestigungstechnik wurden zu einer Geldbuße von insgesamt 328 Millionen Euro verurteilt.

Dienstag, 31. Juli 2007

Das Gas-Kartell

Eon und Gaz de France werden von der EU beschuldigt, Absprachen bei der Gasversorgung in Deutschland und Frankreich getroffen zu haben. Sie sollen sich nach der Liberalisierung der Gasmärkte in Europa darauf verständigt haben, nicht im jeweiligen Gebiet des anderen zu operieren. Das Kartellverfahren ist eingeleitet, es drohen Strafen von bis zu 10% des Jahresumsatzes.
Nachdem schon im Mai von Seiten der EU ein Verfahren gegen RWE und die italienische ENI ebenfalls wegen einer abschottung der Gasnetze eröffnet wurde, können die Verbraucher endlich einmal sehen, wie ihre hohen Gasrechnungen zustande kommen, und welche satten Gewinne derart entstehen. Eon erzielte Übrigens im Jahr 2006 einen Konzernüberschuss von schlappen 6 Milliarden Euro.

Auch ansonsten macht die Europäische Energiebranche nicht gerade durch ethisch einwandfreies Verhalten oder Verbraucherfreundlichkeit auf sich Aufmerksam. So wurde am 26. Juli bekannt gegeben, dass gegen den französischen Stromanbieter EDF und auf belgischer Seite den Stromabieter Electrabel ein Verfahren eröffnet wird.

Und warum?

Abschottung der Märkte.


Den in diesem Falle entstandenen Schaden für die Kunden brachte die EU-Kommision ebenfalls auf den Punkt:

"Dies wiederum könnte dazu führen, dass sowohl private als auch gewerbliche Stromabnehmer in diesen Ländern höhere Preise zahlen und sich mit einer schlechteren Dienstleistungsqualität zufriedengeben müssen."

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Frei Schnauze

"Nach uns die Sintflut ist der Wahlspruch jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation." - Das Kapital. Band 1. Zweiter Abschnitt, Achtes Kapitel

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