Korruption

Mittwoch, 16. Januar 2008

Meisterlich.

Einem ganzen Bündel an Vorwürfen sieht sich der Vorstandschef von Gildemeister aktuell ausgesetzt: Wegen Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Steuerhinterziehung ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen ihn. Nach einer Razzia in Räumen des Gildemeister-Konzerns brach der Aktienkurs des Unternehmens zeitweise bis zu 25% ein. Wie immer folgten die Unternehmensreaktionen dem Schema F:

Wir wissen von nichts, unterstützen als rechtstreue Unternehmer natürlich die Ermittlungen, an denen aber natürlich überhaupt nichts dran ist. [...] blabla bla.

Edit, 14:31:
Und wie immer durchsuchen Unternehmen mit Negativschlagzeilen das Internet nach Medien, die sich erdreisten, über solche Dinge zu berichten. Es dauerte keine zwei Stunden, dann hatte ich besuch von folgender IP-Adresse:




Zwei Feststellungen dazu:

1. Richtig professionelle Unternehmen suchen nicht selbst. Richtig professionelle Unternehmen schicken ihre Medienanalysten, oder falls total-mega-professionell, gleich die internationale Anwaltskanzlei. Da gibt es also noch viel zu verbessern.
2. Diese Veröffentlichung ist ehr symbolisch. Weil Unternehmen (und Politiker) denken, sie könnten sich alles erlauben, die Menschen überwachen und ausspionieren und selbst immer ungeschoren davonkommen. Deswegen wird hier ab und an auch mal ein eigenes Gegen-Überwachungs-Ergebnis veröffentlicht. Und wenn morgen das Bundesinnenministerium hier vorbeischaun würde und die Schäuble-Stories anschaun würde, dann wäre auch deren Besuch hier veröffentlicht. Die Österreicher waren übrigens schon da, mit dem Ministerium für Landesverteidigung. Warum, das weiß ich allerdings auch nicht so genau.

Donnerstag, 29. November 2007

Ach ja,

die Geschichte mit der Weihnachtspost endete übrigens in einem Freispruch.

Dienstag, 27. November 2007

Probleme mit der Weihnachtspost.

Eine allzu nett gemeinte Weihnachtspost hat den früheren EnBW- Chefs Utz Claasen mittlerweile vor deutsche Gerichte gebracht.

Was war geschehen? Verschiedene Baden-Württembergische Minister dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie ihre Weihnachtspost im Jahre 2005 geöffnet haben. Von EnBW wurden sie mit Karten für Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2006 bedacht. Die Herren Ministerpräsidenten, Wirtschaftsminister, sonstige Minister und ein Staatsekretär im Bundesumweltministerium mussten sich ziemlich wichtig und cool vorgekommen sein.

Laut Anklage wollte Claaßen die Amtsträger dadurch in ihren Entscheidungen beeinflussen, was bei den Gewählten Empfängern eine durchaus plausible Überlegung gewesen sein könnte: EnBw mit Sitz in Karlsruhe sorgt mit kleinen Gefälligkeiten dafür, dass die für sie zuständigen Gebietsfürsten eine kleine Aufmerksamkeit bekommen. Die erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Utz Claaßen, der unter all den glattrasierten Standartmanagern eher wirkt, als wäre er Vorsitzender der Dorfmetzgerei Claaßen* und nicht (mittlerweile Ex-) Vorsitzender eines riesigen Energieunternehmens, muss sich wohl etwas einfallen lassen. Denn die Staatsanwaltschaft fordert 450.000€ Geldstrafe wegen Vorteilsgewährung, was die Verteidigung natürlich empört verhindern will. Sie berufen sich darauf, dass EnBW Sponsor der WM war und ausschließlich in der Rolle des Sponsors die Karten verteilten.


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*Das musste einfach mit in den Artikel. Ich habe den Vergleich einmal irgendwo aufgeschnappt, weiß aber nicht mehr wo.

Dienstag, 20. November 2007

Korruption for Oil for Food.

Chevron, die zweitgrößte US-Amerikanische Ölfirma, hat zugegeben, im Rahmen der "Oil for Food" Kampagne der Vereinten Nationen (UN) Schmiergelder bezahlt zu haben. Nun hat sich Chevron bereit erklärt, 30 Millionen Dollar für die Erledigung dieser Sache zu bezahlen.

Man möchte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wahrscheinlich wird man nicht falsch liegen, wenn man behauptet, dass die Manager von Chevron die Sache mal kurz durchgerechnet haben, dann gesehen haben, dass die Strafe einen Bruchteil der aus dem Vergehen erzielten Gewinne darstellt, und dann sagten, "fetter Deal, so mach ´mer das."

Samstag, 22. September 2007

The never-ending story

Erinnern sie sich noch, welche Zahl im Siemensskandal rund um die schmierigen Zahlungen aus irgendwelchen dubiosen Kassen als erstes Aufgerufen wurde ??


Ich sage es ihnen: es waren 20 Millionen Euro an Schmiergelder. Eine Zahl, die Empörung auslöste.

Und heute? Eine neue Zahl wurde aufgerufen. 1,5 Milliarden Euro an Schmiergeldern. Keiner regt sich mehr auf, die Nachricht verschwindet irgendwo hinten im Kleingedruckten auf den bunten Seiten oder in irgendeiner Seitenspalte. Vor unseren Augen findet einer der größten Wirtschaftsskandale der Nachkriegsgeschichte statt, und keinen Interessiert es, schon gar nicht die Justiz. Denn was wurde denn aus den Personen, die zu den Zeiträumen der Schmiergeldzahlungen an der Spitze von Siemens standen, wurde einer dieser vermeintlichen ********************* für geschehene Verfehlungen bestraft? Was ist mit Heinrich Von Schmierer Pierer? Laut Wikipedia hält Angela Merkel trotz seiner zweifelhaften Rolle im Siemensskandal immernoch an von Pierer fest. Er sitzt im Rat für Innovation und Wachstum. Wahrscheinlich schlägt er, innovativ wie er nun mal ist, vor, dass man einfach ein paar Schm**rgelder verteile, damit ein bisschen Innovation bei rumkommt. Und Merkel jubelt laut und ruft, Heureka, ich habs: Schmierg**der!!

Was ist mit seinem Nachfolger an der Konzernspitze, Kleinfeld? Großmütig wie er nun mal ist, gab er bekannt, dass er bei Siemens nicht mehr für eine Vertragsverlängerung bereitstünde. Und wechselte zu einer amerikanischen Stahlgesellschaft, wahrscheinlich brauchen die einen, der sich mit Schmiergeldern auskennt der, so wie Christoph Daum, sicher ein lupenreines Gewissen hat.

Wer will mir erzählen dass diese beiden von einem Milliardenschweren Schmiergeldsystem im eigenen Unternehmen nichts wussten und es nicht zumindest wohlwollend gebilligt haben? Wer glaubt ernsthaft, dass ein Konzernchef so wenig mit dem Kurs seines Unternehmens zu tun hat, dass er bei der Frage "Schmiergelder oder nicht" nicht mitentscheidet? Wer glaubt ernsthaft, dass ein paar B-Manager ohne Zustimmung von ganz oben Milliardenbeträge auf Seite geschoben haben?

SO blauäugig ist doch nur die deutsche Justiz.

Montag, 13. August 2007

Neues aus dem Sumpfgebiet Nürnberg

Statt wie vermutet 100 200 420 Millionen Euro an Schmiergeldern, die der Siemenskonzern gezahlt haben soll, wurde heute eine neue Summe aufgerufen:

1 Milliarde Euro.

Zum Ersten, Zum Zweiten, Zum...

bietet noch jemand mehr?

Freitag, 10. August 2007

Jetzt auch amtlich: Korruption.

Mit einer richtigen Scheissaktion fällt zur Zeit das Arbeitsamt auf. Nein, es dreht sich hier darum, dass viele Mitarbeiter desinteressiert, inkompetent und unfreundlich sind. Diesmal haut das Arbeitsamt richtig auf die Kacke.
Damit Bauunternehmen illegalerweise Arbeiter aus Tschechien und Slowakien anstellen durften, haben Mitarbeiter des Arbeitsamtes angeblich bei der Beschaffung der Arbeitspapiere etwas nachgeholfen haben. Und sowas macht man als ehrenwerter Angesteller natürlich nicht umsonst.

Dass sie damit die Arbeitslosigkeit in Deutschland fördern statt bekämpfen, und damit ihrem Auftrag zuwider handeln, ist meines Erachtens noch viel schlimmer als die bloße Korruptions- und Handaufhaltensmentalität.

Sollten die Vorwürfe zutreffen, so meine ich: hier liegt wahrlich assoziales Verhalten vor. Schämt euch!

Geben sie hier ihr Suchwort ein, um den Beitrag auf dieser Seite zu finden!

 

Frei Schnauze

"Nach uns die Sintflut ist der Wahlspruch jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation." - Das Kapital. Band 1. Zweiter Abschnitt, Achtes Kapitel

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