Dienstag, 20. November 2007

Abwechslung tut gut.

Und weil dem so ist, müssen wir nach Wirtschaftsethik, Politik, Korruption mal wieder ein anderes Thema bringen. Machen wir, besser gesagt: Sony, Maxell und Fuji, hiermit, und zwar folgendermaßen:

Die drei Unternehmen hatten sich auf dem europäischen Markt für professionelle Videobänder bezüglich der Preise abgesprochen, und dabei auch "die Einhaltung der Preisabsprachen regelmäßig überwacht."

Und weil soviel kriminelle Energie ja irgendwie geahndet werden muss, gab es heute eine Strafe: Insgesamt 75 Millionen Euro müssen gezahlt werden. Den größten Anteil an der Strafe trägt Sony (47,19 Millionen €), wegen unkooperativem Verhalten: "ein Mitarbeiter von Sony [weigerte sich,] seiner Auskunftspflicht nachzukommen und die mündlich gestellten Fragen der Inspektoren der Kommission zu beantworten. Ein anderer Sony-Mitarbeiter wurde dabei beobachtet, wie er Dokumente im Reißwolf vernichtete." Maxell (14,4 Millionen €) und Fuji (13,2 Millionen €) teilen sich die restliche Strafe.

Auch über das zustandekommen des Kartells sowie deren Treffen wussten die europäischen Wettbewerbshüter bestens bescheid; Aus den von Ermittlern sichergestellten Unterlagen waren "Einzelheiten zu elf Zusammenkünften zu entnehmen, bei denen Sony, Fuji und Maxell Preise erörtert und abgesprochen und/oder sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht haben."

Korruption for Oil for Food.

Chevron, die zweitgrößte US-Amerikanische Ölfirma, hat zugegeben, im Rahmen der "Oil for Food" Kampagne der Vereinten Nationen (UN) Schmiergelder bezahlt zu haben. Nun hat sich Chevron bereit erklärt, 30 Millionen Dollar für die Erledigung dieser Sache zu bezahlen.

Man möchte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wahrscheinlich wird man nicht falsch liegen, wenn man behauptet, dass die Manager von Chevron die Sache mal kurz durchgerechnet haben, dann gesehen haben, dass die Strafe einen Bruchteil der aus dem Vergehen erzielten Gewinne darstellt, und dann sagten, "fetter Deal, so mach ´mer das."

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Frei Schnauze

"Nach uns die Sintflut ist der Wahlspruch jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation." - Das Kapital. Band 1. Zweiter Abschnitt, Achtes Kapitel

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